Steueräquivalente Rendite
Die steuerpflichtige Rendite, die eine Anleihe bieten muss, um nach Steuern einer steuerfreien Kommunalanleihe gleichzukommen.
Äpfel mit Äpfeln
Wandelt eine steuerfreie Rendite in die steuerpflichtige Rendite um, die dich gleich gut stellt.
Grenzsatz nutzen
Gib den Satz auf deinen nächsten verdienten Euro ein — deinen Spitzensatz — nicht deinen Durchschnittssatz.
Was ist die steueräquivalente Rendite?
Steuerfreie und steuerpflichtige Erträge vergleichen
Zinsen von Kommunalanleihen sind meist von der Bundeseinkommensteuer befreit, du behältst sie also ganz. Eine steuerpflichtige Anleihe gibt dagegen einen Teil ihrer Zinsen ans Finanzamt. Die steueräquivalente Rendite gleicht das aus: Sie ist die Rendite, die eine steuerpflichtige Anleihe zahlen müsste, um dir nach Steuern dasselbe zu lassen. Die Anlegerbildung der US-Börsenaufsicht (SEC) beschreibt dies als üblichen Weg, beide zu vergleichen.
Die steueräquivalente Rendite teilt die steuerfreie Rendite durch den Anteil des Einkommens, den du nach Steuern behältst.
TEY = steuerfreie Rendite ÷ (1 − Grenzsteuersatz)Der Nenner, 1 − Satz, ist der Anteil der steuerpflichtigen Zinsen, den du tatsächlich behältst. Ein kleinerer Nenner — ein höherer Steuersatz — ergibt eine größere steueräquivalente Rendite, weshalb steuerfreie Anleihen Spitzenverdiener am meisten belohnen.
Du betrachtest eine Kommunalanleihe mit 3,5 % Rendite, und dein Spitzen-Bundessatz ist 32 %.
Finde, was du nach Steuern behältst
Im 32-%-Satz behältst du 1 − 0,32 = 68 % der steuerpflichtigen Zinsen.Teile die steuerfreie Rendite dadurch
3,5 % ÷ 0,68 = 5,15 %.Vergleiche
Eine steuerpflichtige Anleihe muss 5,15 % bieten, um nach Steuern den steuerfreien 3,5 % gleichzukommen.Entscheide
Rentieren ähnliche steuerpflichtige Anleihen weniger als 5,15 %, ist die Kommunalanleihe für dich der bessere Deal.
Dieselbe steuerfreie Anleihe ist für verschiedene Anleger sehr unterschiedlich viel wert.
12%-Satz
3,5% ÷ 0,88 = 3,98% — nur ein kleiner Aufschlag, daher gewinnen Kommunalanleihen hier selten.
32%-Satz
3,5% ÷ 0,68 = 5,15% — ein spürbarer Vorteil für einen mittleren bis hohen Verdiener.
37%-Satz
3,5% ÷ 0,63 = 5,56% — der höchste Satz gewinnt am meisten aus steuerfreien Erträgen.
Ist die Anleihe auch von deiner Landeseinkommensteuer befreit, addiere deinen Landesgrenzsatz zum Bundessatz, bevor du ihn eingibst — das treibt die steueräquivalente Rendite noch höher.
Die steueräquivalente Rendite ist der Break-even: Eine steuerpflichtige Anleihe, die mehr als das rentiert, schlägt die steuerfreie, und eine, die weniger rentiert, verliert gegen sie — für deinen konkreten Steuersatz. Der Renditevorsprung zeigt, wie viele zusätzliche Prozentpunkte die Steuerbefreiung für dich effektiv wert ist. Weil die Zahl ganz von deinem Grenzsatz abhängt, können zwei Menschen zur selben Anleihe vernünftig entgegengesetzte Schlüsse ziehen — genau deshalb muss der Vergleich personalisiert sein, statt an der genannten Rendite abgelesen zu werden.
Die Formel ist bewusst einfach und lässt einiges weg.
Ein Vergleichswerkzeug, keine Steuerberatung
Dieser Rechner nutzt die einfache Formel der steueräquivalenten Rendite. Er modelliert nicht die alternative Mindeststeuer (AMT), die einige Kommunalanleihen auslösen, die 3,8-%-Steuer auf Netto-Kapitalerträge, die Behandlung von Kursgewinnen oder staatsspezifische Regeln, und das Steuerrecht ändert sich. Er dient nur der Bildung und dem schnellen Vergleich. Bestätige die Zahlen und deinen Satz mit einer qualifizierten Finanz- oder Steuerberatung, bevor du investierst.